Zu Besuch bei Arno Beckmann

Wer Arno Beckmann besucht, findet ihn bestimmt in seinem Arbeitszimmer. Dort geht er seiner Passion nach. Selbstgedrehtes Filmmaterial wird kritisch besehen und geschnitten, liebevoll mit Texten und Musik unterlegt, Coverhüllen für die Filme entworfen und gedruckt. Arno Beckmann ist in seinem Element. Seine Filme über Meckesheim und die Kurpfalz sind seine große Leidenschaft. Die Wandregale sind voll gestellt mit unzähligen Filmen, die er in den letzten Jahrzehnten gedreht hat. Beckmann hat Zeitgeschichte auf Zelluloid gebannt.

Im Gespräch spürt man die Freude, die Beckmann bei seinem Hobby empfindet. Er spricht über seine Filme wie ein Vater über seine Kinder. Die Freude über das Gelingen ist spürbar, ein bisschen Stolz klingt durch und es ist halt einfach Arbeit, so einen Film zum Laufen zu bringen, berichtet der Meckesheimer.

Dass Beckmann filmen kann, hat sich herumgesprochen im Rhein-Neckar-Kreis. Die RNZ hat ihn kürzlich sogar zum „Regionalfilmer“ ernannt. Er wird von Gemeinden, Vereinen aber auch Privatleuten gebeten, besondere Ereignisse mit seiner Profi-Kamera festzuhalten. Arno Beckmann filmt den Besuch von Deutsch-Amerikanern in Eschelbronn und Daudenzell, wo sie ihre Wurzeln hatten, genauso wie den Auftritt einer Big-Band beim Stadtfest in Dossenheim oder der Schwarzmeer-Kosacken in Meckesheim. Zwischendurch geht es zur schweren badischen Geländfahrt des MSC Mauer. In Mannheim hält er den Museumstag auf dem Maimarkt fest und dann ist da natürlich seine Heimatgemeinde Meckesheim, die ihm viele bewegte Bilder verdankt.

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Arno Beckmann und Bürgermeister Maik Brandt bei der proppevollen Vorführung des Meckesheimer Flutfilmes 1994

Man spürt, da sitzt einer, der als ehemaliger Schulrektor nach seiner Pensionierung lebendig geblieben ist. Im Gespräch erlebt man ein unterhaltsames Gegenüber. Neugierig ist er und aufgeschlossen. Er weiß viel zu erzählen und hat eine klare Meinung zu vielen Themen. Der Filmemacher entpuppt sich als Freigeist und scharfsinniger Beobachter seiner Umwelt. Selbtsbewusst vertritt Beckmann seine Meinungen, die nicht immer dem Mainstream entsprechen. Aber gerade das macht den Austausch mit ihm interessant. Der in seiner Jugend als Leichtathlet erfolgreiche Sportler nimmt kein Blatt vor den Mund, egal ob er als Meckesheimer Gemeinderat über seinen Wohnort oder als CDU-Mitglied über die aktuelle Bundespolitik spricht. Er denkt und redet nicht parteilinienförmig, sondern originär. Schon als Sportler hat er sich oft durchbeißen und als Schulleiter verantwortlich führen müssen. Da spricht einer, der sich kein X für ein U vormachen lässt. Beckmann hat in seinem Leben gelernt, zuallererst seiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Er hinterfragt, kritisiert, pocht auf Alternativen. Ehefrau Hannelore weiß um die manchmal impulsive Debattierfreude ihres Mannes, relativiert, streut Bedenken ein, gleicht aus. Es macht Spaß, den beiden zuzuhören. Ein echtes Team.

Im Haus fallen mir Bilder auf. Naive Malerei aber auch Surrealistisches. Ich frage nach dem Maler, die Bilder seien wirklich gut. Beckmann lacht. Die hat er selber gemalt. Er stand in jungen Jahren vor der Überlegung, Kunst zu studieren. Er hätte es können. Die farbenprächtigen Bilder sind durchdacht, offenbaren Einblicke in ein tiefgründiges Seelenleben. Da hat einer in sich selbst und in andere geschaut und gemalt, was er gesehen und gefühlt hat. Man hat ihm schon viel Geld für seine Bilder geboten, aber sie sind unverkäuflich. Die Filme verkauft er gerne; die Bilder?  Nein, das geht gar nicht. Da würde er einen Teil von sich selbst verkaufen.

Auf Gastfreundschaft legen er und seine Hannelore wert. Wir grillen. Das Gespräch mit den Beckmanns kommt nie ins Stocken, ein anregender Austausch von Gedanken und Geschichten. Die Zeit verfliegt.Ein schöner Abend, der mit einer guten Flasche französischen Rotweins endet. Wir reden schließlich über die Idee einen Film zur Meckesheimer 1200 Jahrfeier  im Jahr 2022 zu drehen. Der Film soll Meckesheimer Geschichten erzählen, Geschichten der Menschen, die in Meckesheim lebten und leben. Kein langweiliges Aneinanderreihen von Zahlen und Fakten. Beckmann denkt an Geschichten, die berühren. Er ist Feuer und Flamme. Er brennt mal wieder. Und ich spüre, er wird die Idee umsetzen, komme was da wolle. Sechs Jahre seien nicht viel Zeit für so ein Projekt, meint er. Was läuft da schon wieder alles in seinem Kopf an Ideen ab? Er dreht eben ständig Filme; auch im Kopfkino. Ich verabchiede mich und gehe beschenkt. Der Beckmann, denke ich, das ist schon einer. Gut, dass es solche Beckmänner gigt.

Hier eine Auswahl aus den Filmen von Arno Beckmann, die zu einem wirklich moderaten Preis auch von ihm erworben werden können.

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66 Trailer zu Beckmann-Filmen findet man auf seinem youtube-Kanal.

https://www.youtube.com/user/Reisedokumentationen/videos

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