Meckesheim soll stolpern

Das „Spielmbobil“ regte sie an (das Kinderspielmobil ???), Bürgermeister Moos lobte und der Gemeinderat befürwortete sie: In den Meckesheimer Straßen sollen 2017 bis zu zehn Stolpersteine für NS-Opfer verlegt werden. Stolpersteine sind umstritten und werden zum Beispiel von Charlotte Knobloch von der israelitischen Kultusgemeinde in München als „unerträglich“ kritisiert.

Vielen erscheint der Blickwinkel der deutschen Stolperstein-Aktivisten zu eng. Diese forderten nämlich keine Stolpersteine für auf der Flucht aus den Ostgebieten vergewaltigte deutsche Frauen, keine für sexuell missbrauchte Kinder, keine für im Krieg verheizte deutsche Männer und Jugendliche, usw.  Häuser mit Menschen, denen solches widerfahren ist, gibt es natürlich auch in Meckesheim zuhauf. Die Liste an Leid und Unrecht ist endlos.

Allerdings: Man kann Leid nicht gegeneinander aufrechnen.

Viele stehen den  Stolperstein-Initiativen skeptisch gegenüber. Kritiker argwöhnen, so mancher Aktivist richte seinen Blick zwanghaft auf das schon lange widerlegte Vorurteil von den Deutschen als ewigen Nazis. Auch wirkten die Stolpersteine wie ein Pranger und seien stigmatisierend. Sogar die Lust, sich moralisch über andere zu erheben, sei bei die eigentliche Motivation mancher Aktivisten.

Wäre ein Stolperstein für alle Leidenden nicht die umfassende Lösung? Er hätte nicht diesen Anstrich der Dauer-Anklage der Menschen, die in den betroffenen Häusern und Straßen lebten und leben.

Noch besser gefiele mir persönlich ein „Versöhnungs-Stein“. Am Besten einer der aufrecht steht, damit man nicht auf ihm herumtrampeln kann. Und um Versöhnung sollte es letzten Endes ausschließlich gehen.

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