Wenn der böse Nachtkrabb kommt

Kennt ihr noch die Geschichte vom „bösen Nachtkrabb“? Bei uns im Kraichgau und Odenwald kannte man das norddeutsche Sandmännchen überhaupt nicht.  Das kam erst mit dem Fernsehen in den 1970ern in unsere Wohnzimmer.

In Mönchzell bzw. Süddeutschland mussten wir als Kinder heim, damit uns der Nachtkrabb nicht holt. Es hieß immer: „Wenn es dunkel wird, kommt der Nachtkrabb und holt die bösen Kinder“. Der Nachtkrabb war also im Gegensatz zum lieben Sandmännchen ein richtiger Kinderschreck.

Meine Mutter erzählte mir, der Nachtkrabb fange die Kinder ein, die noch im Dunklen draußen spielen.. Er sei ein riesiger Rabe, aber angezogen wie ein Mann und habe einen großen Sack dabei. Er stecke die Kinder, die nicht pünktlich heim gegangen seien, in seinen Sack: „Den bindet er dann zu und du kommst nicht mehr raus. Und dann fliegt er mit Dir ganz weit weg. Dort, ganz weit weg, lässt er Dich dann aus dem Sack. Aber das ist so weit weg von Mönchzell, dass Du nicht mehr nach Hause findest“.

Ich hab mir oft vorgestellt, dass der Nachtkrabb von der Wengert-Hecke runter käme und hab immer nach oben geschielt. Ich hab mir aber auch vorgestellt, wie ich doch nach Hause fände, wenn er mich denn wirklich einmal einfangen sollte. Aber dann bin ich doch lieber ganz schnell hoch ins Haus. Spätestens dann, wenn es so Dunkel geworden war, dass ich den Weg zur Hecke hoch nichts mehr erkennen konnte. Kennt ihr auch Nacktkrabb-Geschichten? Was haben euch eure Eltern erzählt?

Es gab sogar mal einen Tatort-Krimi der „Nachtkrabb“ hieß. Gertrud Wollschläger hat ein Buch mit dem Titel „Der Nachtrabb kommt“ und anderen  Rabengeschichten geschrieben. Und im Europa-Park in Rust soll der Nachtkrabb mittlerweile auch als Figur zu sehen sein (siehe Bild).

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