Unter Bürgermeister Manfred Koch war Meckesheim am Größten – Die Einwohnerzahlen von 1439 bis heute

1803 entstand aus dem rechtsrheinischen Teil der Kurpfalz, der Markgrafschaft Baden und kirchlichen Gebieten das neue Land Baden. Markgraf Karl Friedrich, der schon seit 1738 in Baden-Durlach regierte und seit 1771 auch in der Markgrafschaft Baden-Baden wurde dank seiner guten Beziehungen zu Napoleon und dem russischen Zaren 1803 Kurfürst von Baden und erhielt als badisches Staatsoberhaupt den Titel eines Großherzogs. Insgesamt gab es sechs badische Großherzöge:

Nach dem Tod des ersten Großherzogs Karl Friedrich kam sein Enkel Karl Ludwig 1811 mit 25 Jahren an die Macht. Sein Vater war verstorben, so dass Karl Friedrich „ran musste.“ Unter Karl Ludwig bekam Baden als einer der ersten Staaten Deutschlands eine Verfassung. Die Badische Verfassung galt als eine der modernsten Verfassungen im Deutchen Band. Sie enthielt Grundrechtegarantien und ein liberalen Wahlrechts von 2/3 der männlichen Erwachsenen. Sie orientierte sich am Freiheitsgedanken des code civil, dem schon 1810 das badische Landrecht nachgebildet worden war.[1] Damit gehörte Baden neben den süddeutschen Staaten Württemberg (Verfassung: 1819) und Bayern (Verfassung: 1818) sowie dem mitteldeutschen Sachsen-Weimar-Eisenach(Verfassung: 1816) zu den ersten Bundesstaaten, deren Staatsform die konstitutionelle Monarchie war. 1819 setzten jedoch die Karlsbader Beschlüsse die in der Verfassung garantierten Grundrechte wieder außer Kraft.

Die Verfassung sah vor, dass die Gesetzgebung vom Großherzog zusammen mit den aus zwei Kammern bestehenden Landständen ausgeübt wurde. Die sogenannte zweite Kammer, der Landtag, legte die Gesetzesentwürfe vor. Sie mussten vom Großherzog bestätigt werden. Der Landtag hatte auch das Haushaltsrecht. Allerdings starb Karl Ludwig noch ehe der erste Landtag zusammentrat im Jahre 1818. Sein Onkel Ludwig übernahm die Regierung bis zu seinem Tode 1830. Da nicht absehbar war, dass Ludwig einmal regieren würde, durchlief er eine militärische Ausbildung. Als er dann überraschend Großherzog wurdevertrat er innenpolitisch autokratische Politik. Die badische Verfassung gab dem Landtag vergleichsweise große Vollmachten.  Ludwig schätzte diese liberale Verfassung aber nicht. So versuchte er mehrfach, die Rechte des Landtags auszuhebeln, indem er diesen nur selten einberief oder Beamte, die gleichzeitig Mitglieder des Landtags waren, an ihren Aufgaben zu behindern.So verwundert es nicht, dass der Regierungsantritt seines Nachfolgers Leopold hohe Erwartungen im Volk an eine politische Wende weckte. Die Erwartungen schienen sich zunächst zu bestätigen, da Leopold ein neues Regierungskabinett mit fortschrittlich denkenden Mitgliedern berufen hatte und zu Weihnachten 1831 ein Pressegesetz erließ, das seinesgleichen in Deutschland suchte. 1831 wurden die Frondienste und Zentabgaben abgeschafft. 1835 trat Baden dem Zollverein bei, wodurch Handel, Verkehr und Industrie gefördert wurden. 1840 wurde zwischen Mannheim und Heidelberg die erste Eisenbahn eröffnet. Der Wohlstand stieg. IM Landtag wurde frei debattiert. Dennoch hatte sich Leopold  mit wachsendem Unmut in der Bevölkerung auseinanderzusetzen, der 1848 in der badischen Revolution eskalierte. 1849 mussten Leopold und die großherzogliche Familie nach Koblenz ins Exil. Der Großherzog beantragte aber  Bundeshilfe zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung. Überwiegend preußische Truppen schlugen dann die badische Revolution nieder. Es kam zu mehreren Gefechten bei Käfertal, Ladenburg, Waghäusel und Ubstadt. Am 18. August 1849 zog Großherzog Leopold an der Seite des Prinzen von Preußen wieder in die Residenzstadt Karlsruhe ein und akzeptierte ohne nennenswerten Widerspruch, dass Preußen, dem die Verantwortung für viele der insgesamt 27 Todesurteile gegen Beteiligte an der badischen Revolution zuzuschreiben ist, die Kontrolle über das Land ausübte.

Meckesheim entwickelte sich in den Friedensjahren nach den napoleonischen Befreiungskriegen rasch. Dies zeigt die Auflistung der Einwohnerzahlen:

  • 1439 = 320 Einwohner
  • 1577 = 570
  • 1650 = 80 (Bevölkerungsverlust Dreißigjähriger Krieg)
  • 1727 = 329
  • 1744 = 400
  • 1806 = 807
  • 1818 = 884
  • 1847 = 1105
  • 1852 = 1032
  • 1865 = 1078
  • 1900 = 1396
  • 1933 = 1629
  • 1939 = 1656
  • 1950 = 2475 (Anstieg durch Flüchtlinge)
  • 1961 = 2779
  • 1970 = 3397
  • 1974 = 4525 (Anstieg durch Eingemeindung Mönchzells)
  • 1984= 4794
  • 1994= 5437
  • 1998 = 5483 (Höchste Einwohnerzahl unter Bürgermeister Manfred Koch)
  • 2004 = 5415
  • 2005 = 5386
  • 2006 = 5325
  • 2007 = 5343
  • 2008 = 5301
  • 2009 = 5282
  • 2010 = 5278
  • 2011 = 5033 (Was ist da passiert? Bevölkerungsrückgang um 254 Personen)
  • 2012 = 5044
  • 2013 = 5046
  • 2014 = 5030

Für 1933 kennen wir die Zusammensetzung der Ortsbevölkerung. Von den damals 1629 Meckesheimern waren 1292 evangelischen, 379 katholischen, 12 jüdischen und 17 anderen Glaubens.

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