Der Mönchzeller Revoluzzer

Die Revolution 1848/49 warf ihre Schatten auch auf Mönchzell

Karl Friedrich Bauer

Da ist zunächst der am 11. März 1827 in Mönchzell  geborene Karl Friedrich Bauer zu erwähnen. Er war ein Lehrersohn. Als Bauer 5 Jahre alt war zog man von Mönchzell nach Adelshofen, wo Bauer aufwuchs.Bauer studierte einige Semster Theologie an der Universität Heidelberg. Er arbeitete dann als Schreiber an den Großherzoglichen Bezirksämtern in Hoffenheim und später in Sinsheim.  Schon bald stand Bauer mit dem Sinsheimer Apotheker Gustav Mayer und Eduard Speiser an der Spitze der republikanisch-demokratischen Bewegung im Amtsbezirk Sinsheim. Am Ostermontagsaufstand der Sinsheimer in Heidelberg am 24. April 1848 war er führend beteiligt. Er war einer von rund 300 bewaffneten Männern aus Sinsheim und Umgebung, die nach Heidelberg marschierten, um dort die Republik auszurufen.Auf dem Heidelberger Marktplatz erwartete die Aufständischen allerdings die Bürgerwehr, der es gelang die Sinsheimer Aufständischen zur Abgabe der Waffen und zum Verlassen der Stadt zu bewegen.  Bauer war auch am Heckerputsch beteiligt und floh mit dem Revolutionsführer nach der Niederlage bei Kandern 1848 in die Schweiz.  Dort hatte  er Kontakt zu anderen politischen Emigranten. Als Gustav Struve am 21. September in Lörrach die Deutsche Republik proklmaierte, war Bauer  beim sogenannten  Struveputsch an seiner Seite. Nach der Niederlage der Aufständischen bei Staufen wurde der flüchtige Bauer zusammen mit Gustav Struve und dem Freiburger Karl Blind in Wehr verhaftet. Er wurde zunächst in Rastatt, dann in Bruchsal infhaftiert. Er sollte vor ein Standgericht gestellt werden. Glücklicherweise bekam er aber ein ordentliches Gerichtsverfahren in Freiburg. Sein Verteidiger war der berühmte Lorenz Brentano aus Bruchsal. Bauer wurde freigesprochen. Im Mai 1849 wurde Bauer Rekruierungskommissär für die Amtsbezirke Bretten, Eppingen und Sinsheim. Dabei arbeitete er eng mit dem Kriesgminister Franz Sigel aus Sinsheim zusammen. Besonders erfolgreich und tatkräftig war der 22jährige Bauer bei der Aufstellung schlagkräftiger Volkswehraufgebote. Im Unterschied zu dem oft halbherzigen Vorgehen der revolitionären Regierung dränge Bauer in seinem Wirkungskreis konsequent auf die Durchsetzung der revolutionären Ziele. An der Spitze des ersten Aufgebots der Sinsheimer Volkswehr nahm Bauer an den Kämpfen am Neckar im Juni 1849 teil. Nachdem die Revolution gescheitert war, setzte sich Bauer in die Schweiz ab. Das Mannheimer Hofgericht verurteilte Bauer am 30. März 1850 in  Abwesenheit zu acht Jahren Zuchthaus. Über Zürich gelangte Bauer nach Genf, wo er unter dem falschen Namen Pilling lebte. Dort pflegte er enge Kontakte zu Wilhelm Liebknecht und trat dem Bund der Kommunisten bei. 1852 reiste Bauer in die USA aus. Dort schloss er sich der nordamerikanischen Turnerbewegung an.  Hier fand er seine politischen Ideale bestens aufgehoben, denn die Turner zeichneten sich durch eine antikirchliche und sozialistische Grundhaltung aus. Bauer wurde zunächst Apotheker in New York. Von 1885 bis 1889 war er als Journalist in Pittsburgh und danach bis zu seinem Tod in Milwaukee 1889 tätig.

Bauers Name ist im Spottlied auf den misslungenen Struveputsch in der zwanzigsten Strophe erwähnt:

“ … sauer ward’s dem Struwl, Betz und Bauer und dem Dusar und dem Blind und Madam, dem schönen Kind.“

Aufruf an die Mönchzeller

Der Neckargemünder Bürgermeister Peter Pabst samt Gemeinderat riefen die Bürger von Mönchzell, Lobenfeld und Spechbach auf an der Heidelberger Revolutions-Versammlung am 26. März 1848 teilzunehmen. Sie fand eine Woche nach der großen Offenburger Versammlung statt.

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