Wimmersbacher Äpfelstupfer

Georg Härdel, in den 1950ern Landwirt im Waldwimmersbacher Oberdorf, hatte zu seinen Lebzeiten einen Baum mit guten Äpfeln. Die sahen knackig rot aus, schmeckten süß und waren sehr verführerisch. Er verwahrte die kostbaren Früchte in seinem Hauskeller. Drei Wimmersbacher Burschen wässerte der Mund nach diesen Äpfeln. Sie machten sich eine spitze Zange und versuchten so, das begehrte Obst herauszuholen. Zur Ausführung der Tat wurde die Mitternacht gewählt. Doch während des Frevels kam der Straßenwart Bender hinzu und überraschte die Munddiebe. Zwei entwichen, nur der Hendels Jakob, genannt der Boy, blieb stehen, da er gleich erkannt wurde. Die Flüchtigen waren Balthasar, Heringer und Adam Kreß. Härdel erstattete beim Bürgermeister Anzeige. Die Frevler wurden mit 24 Stunden Ortsarrest bestraft. Balthasar machte darüber folgendes Gedicht:

Als wir in finstrer Mitternacht, dem Härdel sein Kellerladen haben aufgemacht. Haben Äpfel gestupft. Da kam der Bender gesprungen. Wir zwei haben uns verschlupft. Der Boy blieb stehn, weil er nicht konnte weitergehn. Vierzehn Tage drauf ging’s ins Bürgermeisterhaus. Dieser hat bedungen, 24 Stunden zu brummen.

 

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