Meckesheimer Ostermarkt: Schluss mit Stuss

Lästermäuler

fragen schon länger: „Was haben der Meckesheimer Ostermarkt und der Osterhase gemeinsam?“. Die Antwort: „Man sieht ihn nicht. Er muss den Schwanz hinten tragen, seine Eier verstecken und darf nur einmal im Jahr kommen!“. Oh, ist der peinlich.

Peinlich

ist aber auch das Meckesheimer Ostermarktsuchen, fand jedenfalls Bürgermeister Brandt. Damit soll jetzt Schluss sein, meinten auch die Meckesheimer Gemeinderäte auf ihrer Januarsitzung 2017. Weil der Markt 2016 nur noch von einer handvoll Aussteller beschickt wurde und am Ostermontag sogar nur ein Stand offen hatte, haben sich die Meckesheimer ein Jahr der Besinnung verordnet. Zeit für neue Ideen. Der Ostermarkt 2017 fällt aus. Das geht, ohne dass man das Marktrecht verliert. Um es zu behalten, muss der Markt nur alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Bürgermeister Brandt

warf die Idee eines historischen Marktes in den Ring. Das wäre im Hinblick auf die in fünf Jahren stattfindende 1200-Jahrfeier motivierend. Man könne beispielweise mit einem mittelalterlichen „Irminrat-Markt“ in 2018 beginnen, meinte der Rathauschef.

Irminrat?

Der Freifrau Irminrat verdankt Meckesheim seine erste urkundliche Erwähnung. Sie hat 822 dem Kloster Lorsch ein eingepferchtes Weidegrundstück in Meckesheim geschenkt. Das dürfte 2022 in Meckesheim groß gefeiert werden.

Kein Murks mehr

Schluss mit dem alten Murks, forderte  energisch Clemens Heck von der CDU.  Jürgen Köttig von der MuM sprach sich für einen Arbeitskreis aus, der neue Ideen für den alten Ostermarkt entwickeln soll.

2018

soll es in Meckesheim jedenfalls wieder einen attraktiven Markt geben. Vielleicht sogar im Sommer. An den traditionellen Ostertermin, der oft mit Schmuddelwetter einhergeht, ist man nämlich nicht gebunden, bestärkte Arno Beckmann von der CDU die Idee eines Neuanfangs.

Kommentar

Es war Kurfürst Carl Theodor, dem die Meckesheimer ihren Ostermarkt verdanken. Der sinnenfrohe Landesherr schenkte Meckesheim vor 237 Jahren dieses zweite Marktprivileg,. Mit dem Ostermarkt sollten Industrie und Handel gefördert werden. Was über mehr als zweihundert Jahre eine blühende Meckesheimer Attraktion war, ist in den letzten Jahren zu einer Peinlichkeit verkommen. Was man besitzt, muss man eben auch pflegen. Ein einziger Stand hinter dem Rathaus versteckt wie 2015, lockt wirklich niemanden hinter dem Ofen hervor. Wenn der neue Bürgermeister Brandt jahrelang Versäumtes jetzt offen anspricht und gleich eine erste Idee hinterherschickt, zieht er die Reißleine für Meckesheim. Historische Märkte sind „in“ und erfreuen sich großer Beliebtheit. Da Brandt damit die Meckesheimer zugleich  für die bevorstehende 1200-Jahrfeier und die eigene Geschichte sensibilisiert, schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe. Gerade die Frauen in Meckesheim dürfte die Idee eines „Irminrat-Marktes“ freuen. Der erste für Meckesheim schriftlich festgehaltene und damit so wichtige Name ist der einer Frau und nicht eines Mannes. Sollte sich der Arbeitskreis für einen historischen Marktrahmen mit entsprechendem Spektakulum entscheiden, ist aber auch zu bedenken, dass sich Mittelaltermärkte spätestens nach fünf Jahren totlaufen. Es wäre ratsam, an jährlich wechselnde Marktthemen zu denken. Die Meckesheimer Geschichte ist reich davon. Und es muss ja auch nicht immer Geschichte sein.

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