Vogelgrippe-Fake schockt Mönchzell

Vogelgrippe in Mönchzell?

Hat die Vogelgrippe Mönchzell erreicht? Das hätte man meinen können. Das Presseportal „Pressekat“ brachte am 9.1. als erstes die Falschmeldung im Internet. Der mobile  infodienst „iinews“ folgte mit der Meldung „Hunderten Hühnern sowie Enten droht der Tod in Mönchzell“.

Pressekat.jpg

Dann übernahmen auch „industrietreff.de“ und fundsplitter die Falschmeldung.

Der Fakebericht:

„Das Veterinäramt …  ist alarmiert. Da man dort weiß, dass in vielen Kleintierzuchtvereinen die Stallpflicht nicht ganz ernst genommen wird, wurden diese nun alle kontrolliert.  Tiere, welche sich durch falsche Haltung infiziert haben könnten, sollen vorsorglich getötet werden. Eventuell ist es  sogar notwendig die komplette Zucht in der näheren Umgebung ebenfalls zu keulen.

In Mönchzell bei Meckesheim wurde jetzt festgestellt, das viele Tiere nicht ordnungsgemäß untergebracht waren. Die Untersuchungen laufen. Inzwischen wurde schon die Zwangskeulung für die Mönchzeller Tiere vom Landesministerium angeordnet. Diese Horrormeldung ging bei Bürgermeister Maik Brandt am frühen Montagmorgen (9.1.17) ein. Noch wird versucht mit allen Mitteln die Tiere zu schützen. Die Züchter wurden bereits informiert. Ein Sicherheitsdienst soll die Tiere der Kleintierzüchter bewachen.

Die Mönchzeller Züchter sind total geschockt.“

Schon am Abend der Fake-Meldung (9.1.) kamen Zweifel auf. Bürgermeister Brandt hatte als erster den Verdacht, dass es sich um einen Fake handeln könne. Der gelernte Polizist sollte mit seinem detektivischen Spürsinn recht behalten. Da Brandt aber bis spätabends dienstlich außer Haus war, könne er seinem Verdacht erst am nächsten Tag nachgehen. Entspräche die Meldung den Tatsachen, wäre er unterwegs sicher von der Verwaltung informiert worden. Auch sei am Morgen keine Meldung auf seinem Schreibtisch gelandet. Ein Mönchzeller Züchter erklärte heute (10.1) am frühen Morgen, so viel Geflügel habe man in Mönchzell gar nicht, dass man von Hundertschaften an Enten und Hühnern sprechen könne. Es gebe nur zwei Geflügel-Züchter. Die Meldung könne Mönchzell nicht betreffen. Wenn schon dann vielleicht Meckesheim. Dort hielten die Züchter bedeutend mehr Geflügel. In Mönchzell stünden die Hasen im Vordergrund. Um 11 Uhr kam dann die erlösende Entwarnung aus dem Rathaus Meckesheim. Alles nur ein Fake, der allerdings große Unruhe im Ort verbreitet habe.

Auf fundsplitter war die Falschmeldung zwei Stunden (21 bis 23 Uhr, 9.1.) veröffentlicht und wurde in dieser Zeit von 28 Personen gelesen. Entschuldigung für den gehörigen Schreck, den ich den Lesern durch Übernahme der Falschmeldung eingejagt habe. Wobei mir der Schreck selber in die Glieder gefahren ist.

Ich habe Pressekat – wo die Falschmeldung um 15.00 Uhr (10.1.) immer noch zu lesen war angeschrieben. Auch auf industrietreff.de  und  iinews.de ist sie um 15.26 noch zu lesen:

http://www.industrietreff.de/herstellernews1442450.html

http://www.iinews.de/hunderten-huehnern-sowie-enten-droht-der-tot-in-moenchzell-1442447.html

http://www.pressekat.de/pressinfo1442447.html

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=990121717758861&id=100002831265566&hc_location=ufi

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1508968665781564&id=176926398985804&hc_location=ufi

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1328007367255840&id=132030606853528&hc_location=ufi

Es stellt sich natürlich die Frage, wer diese Falschmeldung mit welcher Absicht in das Netz gestellt hat. Jedenfalls dürfte es jemand sein, der einigermaßen um Mönchzell Bescheid weiß und der irgendjemandem, der im Artikel genannten Personen oder Institutionen nichts Gutes wollte. In Frage kommen da natürlich der KZV Mönchzell (Neid auf die erfolgreichen Mönchzeller Züchter?), dessen Vorsitzender Harald Bernauer in der RNZ  die Vokabel „Rufschädigung“ bemühte, in Betracht kämen auch eine versuchte Schädigung von Bürgermeister Brandt (pünktlich zu seinem 100. Arbeitstag?) , Mönchzells oder Meckesheims allgemein oder gar des Veterimäramtes  (Geflügelhalter, der bereits keulen musste?). Waren es vielleicht sogar Tierschützer, die sich im Internet gegen die Keulung „unschuldiger“ Tier wehren? Ein Dummer-Jungen-Streich war das jedenfalls nicht. Die Züchter haben sich jedenfalls eine Strafanzeige vorbehalten.

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