Der erste Meckesheimer war eine Frau

Irminrat

Ist das ein Frauenname? Ja. Irminrat begegnet uns in der ältesten Urkunde, die Meckesheim erwähnt. Man zählt das Jahr 822 nach Christi Geburt. Es ist das 9. Regierungsjahr Kaiser Ludwig des Frommen, des Sohnes, der Karl den Großen beerbt hat.

Meckesheimer Bifang

Irminrat ist die Frau, die im Jahr 822 dem Kloster Lorsch einen Bifang in Meckesheim schenkte. Ein Bifang ist ein Weideland, das mit einem Wall umgeben war  und als Viehpferch verwundet wurde.  Da die Stfitung im Lorscher Kodex
festgehalten wurde, verdankt Meckesheim diesem Dokument seine erste schriftliche Erwähnung. Im Kodex ist nicht nur die Meckesheimer Stiftung verzeichnet. Irminrat schenkte mehrmals im Laufe ihres für damaligen Zeit langen Lebens dem Kloster Grundbesitz und Leibeigene.

Wer war diese Frau?

Wie hat sie gelebt? Was war der Grund für diese reichen
Schenkungen? Diese Fragen beschäftigt die Großauheimer Ärztin
und Psychotherapeutin Sabine Laber-Szillat seit vielen Jahren. Dort nahm Irmintrad ebenfalls eine Schenkung vor. „Zum ersten Mal begegenete mir Irminrat, als ich von den Auheimern ausgedeutet wurde, ein Theaterstück für die 1200-Jahrfeier zu verfassen.“ Nach dem großen Erfolg des von ihr geschriebenen und inszenierten „Theaters
um Irminrat“ ließ sie das Schicksal dieser uns nur durch die Urkunden
überlieferten Frau nicht mehr los. Acht Jahre nach der Erstaufführung hat
das Ergebnis ihrer intensiven Beschäftigung Niederschlag in einem 2014 erschienenen historischen Roman über das Leben der Irminrat gefunden, der im Hanauer
CoCon Verlag erschienen ist.

Über dreißig Jahre in Meckesheim

Den Geburtsort des Mädchens verortet die Autorin an der Mündung der
Bracht in die Kinzig. Ein schweres Unwetter riss Irminrat aus den
Bindungen ihres in germanische Traditionen verhafteten Stamms und
verschlug sie in eine kleines Konvent an der Kinzigmündung. Auf sich
allein gestellt, muss sie sich gegen viele Widerstände in einem christlich
geprägten Umfeld behaupten. Die Stationen ihrer Schenkungen, um die
sich die spannende Handlung rankt, führen den Leser von Kinzig und
Main an Neckar, Meckesheim und die Lahn. Die Autorin lässt Irminrat fiktiv 30 Jahre in Meckesheim leben (774 bis 794), wohin sie 817 zurückkehrt um dann in ihrem Todesjahr die Meckesheimer Schenkung zu machen.

Zeitenwende

Die Zeit, in der Irminrat lebte, war erfüllt war von der neuen Religion, dem
siegreichen Kaiser und dem Aufbruch in die Zeitenwende. „Ich begann,
mich in die Themen Lorsch, die karolingischen Klostergründungen und
Karl dem Großen einzulesen“, beschreibt Dr. Laber-Szillat ihre Arbeitsweise.
„Es wurde mir bewusst, dass mit Männern und Frauen wie Irminrat in der
Zeit um 800 die Christianisierung und Alphabetisierung ihren Anfang
genommen hatten. Obwohl ich weiß, dass mittelalterliche Frauen sicher
in ihrer tiefen Gläubigkeit eher einer orthodoxen Muslima als mir gleichen,
habe ich versucht, mir Irminrat als Mensch vorzustellen, als Kind, als
Frau, als Greisin. Sie bekam Gefühle meiner Patienten und die Gestalt
meiner Freunde.“

Buchtipp

Dieses Buch ist ein „Muss“ für alle Meckesheimer. Ein spannender, historischer Roman mit Tiefgang. Gut recherchiert. Der verblüffende Lebensweg der Meckesheimer Freifrau von der Kindheit bei den germanischen Chatten bis zum Tod. Irminrat ist Trägerin des ersten, urkundlich erwähnten Meckesheimer Namens. Und genau um sie geht es. Eine originelle Lebensbeschreibung mit einem hohen Maß an psychologischem Einfühlungsvermögen von der ersten bis zur letzten Seite. So wird Geschichte lebendig. Ein amazon-Leser meint: „Leicht und fröhlich zu lesen! Hier verbinden sich regionale und globale Histörchen und große Geschichte, eingebettet in einem Leben einer Frau zur Zeit Karls des Großen. Mir gefiel die lebendige Darstellung, die vielfältigen Abenteuer und die detaillierte Beschreibung der damaligen Zeit.“

https://www.amazon.de/Irminrat-Frauenleben-Zeitenwende-Sabine-Laber-Szillat/dp/3863142713/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1483025344&sr=8-1&keywords=irminrat

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