Brandts Angebot – Amtseinführung des Bürgermeisters in Meckesheim

Die Amtseinführung des neuen Meckesheimer Bürgermeisters Maik Brandt sorgte für eine volle Auwiesenhalle. Brandt rückte in seiner Antrittsrede das Miteinander in Meckesheim in den Mittelpunkt.

Was den Berichterstattern auffiel:

Brandt …

  • … nannte als Top-Arbeitshemen die Förderung der örtlichen Unternehmen, bessere Ausstattung von Kindergärten und Schulen, Sportplätze für Jugend und Vereine, die Ortskernsanierung in Mönchzell, einen guten Umgang mit den Flüchtlingen, die Lösung der Frage Bahnübergang Oberhofstraße,  Sanierung von Rathaus und Auwiesenhalle, Breitbandausbau  für Meckesheim und Mönchzell.
  • … will einen anderen Umgangsstil.
  • …  möchte als Bürgermeister nicht zwischen Anhängern oder Gegnern unterscheiden.
  • …  dankte seinem Amtsvorgänger Moos für dessen Arbeit.
  • …  bat die Gemeinderäte um Unterstützung und Hilfe.
  • …  versprach dem Gemeinderat so zuzuarbeiten, dass der Gemeinderat seiner Aufgabe gerecht werden könne.
  • …  forderte vom Gemeinderat Vertrauen für ihn als neuen Bürgermeister ein.
  • …  wünschte sich, dass sich Bürgerschaft, Gemeinderat, Verwaltung und Bürgermeister als Team verstehen.
  • …  betonte, sein Stil sei Offenheit, Bürgernähe und sachorientierte Rathausarbeit.
  • …  nannte  als persönliche Stärken Geduld, starke Nerven, Ausdauer und Sachbezogenheit.
  • …  betonte immer wieder die Notwendigkeit eines Klimas des gegenseitigen Vertrauens und des Gefühls der Zusammengehörigkeit.
  • …  möchte nach einer Bestandsaufnahme die Wünsche der Bürgerschaft und der Wirtschaft sorgfältig analysieren, soweit möglich in Einklag bringen und das davon finanziell Machbare umsetzen.
  • …  forderte von den Bürgern Geduld und die Bereitschaft, Wunschdenken und finanziell Realisierbares einander anzupassen.
  • …  betonte, dass Glaubwürdigkeit, nämlich die Einheit von Wort und Tat, für ihn ein zentrales Gut sei.
  • … will die Bürger mitnehmen, nämlich durch Bürgerversammlungen und Ideen-Werkstätten für konkrete Projekte (z.B. Ortskernsanierung Mönchzell, Rathaussanierung, Sanierung Auwiesenhalle, 12oo Jahrfeier), in die die Bürger ihre Kreativität einbringen könnten.
  • …  stellte sein Amt unter die Gebote von Transparenz, Offenheit und Information
  • … will ein  Rathaus mit einem „Geist der Offenheit“, das kompetent und schnell auf die Anliegen der Bürger reagiert.
  • …  will das Image der Gemeinde durch Öffentlichkeitsarbeit verbessern.

Kommentar

Da war naturgemäß noch etwas Wahlprogramm drin in dieser ersten Rede Brandts als neuer Bürgermeister. Aber jeder in der Auswiesenhalle spürte: Da scheint es einer ernst zu meinen, mit seinem Angebot  zu einer Erneuerung der kommunalpolitische Kultur in Meckesheim. Diese Antrittsrede war eine einzige Offerte des neuen Rathauschefs an die Gemeinderäte und die Bürgerschaft:  Lasst uns als Team die Meckesheimer Spaltungen und Verwerfungen überwinden. Lasst uns einander vertrauen, damit das Miteinander in Meckesheim wieder besser geht. Die Rede Brandts wurde denn auch quer durch die verschiedenen politischen Lager als „sehr gut“ wahrgenommen.

Warum war dieses Angebot notwendig? Meckesheim hat 16 Jahre hinter sich, die materiell als Erfolg erscheinen,  zwischenmenschlich aber eher einem Bankrott gleichkommen. Der Kurswert einer Rathausverwaltung lässt sich nach alter Regel am Personalwechsel im Rathaus ablesen. Und da waren unter Moos die Meckesheimer Rathausaktien regelrecht abgestürzt. Noch gravierender wog aber das das Verhältnis zwischen Moos und den Gemeinderäten. Dieses war die letzten Jahre von gegenseitigem Misstrauen, Lügenvorwürfen und Tricksereien geprägt. Da gab es keine Gemeinsamkeiten mehr. Jeder beäugte wie ein Luchs den anderen und das in einem kleinen 5000 Seelendorf, das sich eine solche Spaltung nicht leisten kann. Viele Gemeinderäte hatten schließlich auf permanenten Kampfmodus umgeschaltet. Immer in Hab-Acht-Stellung, was da als nächstes Kabinettstückchen aus dem Zauberhut des großen Zampano gezogen werden könnte. Da spielte einer mit dem Gemeinderat, dem in weiten Teilen jegliches Vertrauen abhanden kam. Vielen im Gemeinderat gruselte nur noch.

Insofern macht es Sinn, dass Brandt jetzt Normalität einfordert, nämlich ein grundsätzliches Vertrauen der Gemeinderäte in das Amt des  Bürgermeisters. Dieses ist so manchem Meckesheimer Gemeinderat in 16 Jahren Moos abhanden gekommen. Brandt muss zurückgewinnen, was Moos verloren hat: Die Glaubwürdigkeit des Bürgermeisteramts. Wenn Brandt betont, dass Glaubwürdigkeit – von ihm als Einheit von Wort und Tat erklärt – ein zentrales Gut sei, klingt das zunächst altmodisch und ist doch hochaktuell. Das zeigt die politische Situation landauf, landab. Nur durch Glaubwürdigkeit kann Politik überzeugen. Egal ob in Meckesheim, Stuttgart oder Berlin.

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