„Da war ich oft froh“

Das Gedicht „Mein Meckesheim“ von dessen Verfasser mir nur die Initialen „J. Sch.“ bekannt sind, ist in der Ortschronik von 1937 abgedruckt. Es ist keine große Kunst. Im pathetisch-patriotischen Stil seiner Zeit gehalten, stolpert der Autor sogar des öfteren über die Metrik. Aber es drückt die Liebe und Sehnsucht des Verfassers nach seinem Heimatdorf Meckesheim aus. Der Autor J. Sch., der möglicherweise nicht mehr in Meckesheim wohnte, als er so volkstümlich reimte, trägt seine Meckesheimer Jugendzeit in sich. Sie macht einen wesentlichen Teil seiner Persönlichkeit aus. Seine Gedanken schweifen nicht nur in seine unbeschwerte Kindheit, sondern auch in die oftmals beschwerliche Geschichte des Ortes zurück. Ob er sein Gedicht bei einem Besuch in seinem Meckesheim, z.B. auf einer Festveranstaltung vorgetragen hat? Es wäre jedenfalls schade, es hier nicht zu veröffentlichen.

Mein Meckesheim

Dort, wo die Lobbach in die Elsenz fließt,
Wo uns von ferne her der Kohlhof grüßt,
Dort, wo Karl Theodor die Brück hat erbaut,
Hier, Wanderer, halt, mal umgeschaut;
Da bettet ins Tal sich so friedlich ein
Mein vielgeliebtes Meckesheim.

In diesem Dörflein im Elsental,
Fiel auch mich der erste Sonnenstrahl,
Er weckte das werdende Leben,
Hat mich mit Blumen umgeben,
Da war ich oft froh, oft guter Dinge,
Es kam mir von Herzen, wenn ich besinge:
„Die Heimat kann nur einmal sein
Mein inniggeliebtes Meckesheim.“

Durch die Gassen sprang ich im Kinderspiel,
Ich steckte mir nicht so früh ein Ziel,
O Kindheitstage, froh und schön,
Heimatzauber, wird nie vergeh’n,
Freundestreue, Liebesglück,
Das alles war von mir ein Stück,
Ohne dies konnt ich nicht sein
In meinem schönen Meckesheim.

Und auf den Bergen ringsumher,
Da wanderte ich oft kreuz und quer,
Ich brauchte nicht in die Ferne zu schreiten,
Konnte mich hier an allem weiden.
Sah vor mit Täler mit saftigem Grün,
Wo Straßen und Dampfroß ihre Spuren zieh’n;
Doch einmal, da schleicht der Gedanke sich ein:
„War immer so mein Meckesheim“?

Ich stand auf dem Plötzeberg traumversonnen,
Vergangenes hat sich zusammen gesponnen
– Das Feuerrad rollt zur Sonnenwend,-
Dann – fremde Landsknechte, das Dörflein brennt,
Dort hinten am Berg ein Glöcklein läut helle,
Es ruft zur St. Martinuskapelle,
Und uns’re Ahnen treten gläubig ein,
Ins Kirchelein von Meckesheim.

Geschlechter und Generationen zieh’n an mir vorüber,
Sie sahen viel Sonnenschein, sah’n auch mal trüber,
Wohlstand wechselt mit Kampf und Streit,
Das Kirchlein dort oben wurde ein Opfer der Zeit,
Was noch übrig bleibt, zieht sich ins Tal zurück,
Sucht hier voll Hoffnung von neuem das Glück,
Und baute hier den Grundstein ein
Für unser heutiges Meckesheim.

Ihr Brüder und Schwestern der Heimat fern,
Wir gedenken Euch so oft und gern,
Heimat bedeutet das höchste Glück,
Drum schauet öfter zu ihr zurück,
Kommt mal zurück nach Eu’res Tages Werk,
Wir wandern mit Euch auf den „Gemeindeberg“
Und grüßen dort beim Sonnenschein.
Unser heißgeliebtes Meckesheim.

J.Sch.

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