Meckesheimer Sommertheater ist zu Ende

Die Meckesheimer Bürgermeisterwahl ist gültig

Erwartungsgemäß hat das Landratsamt die Bürgermeisterwahl in Meckesheim und Mönchzell für gültig erklärt. Nur Traumtänzer hatten einen anderen Ausgang erwartet.

Es lägen keine Gründe vor, die eine Wiederholung der Wahl rechtfertigten, weder strafbare Handlungen noch gesetzeswidrige Wahlbeeinflussungen, erklärte das Heidelberger Amt gegenüber der RNZ.

Damit sollte die Meckesheimer Sommerbühne endgültig schließen, haben doch die beiden Einspruchsführer erklärt, die Wahl nicht weiter blockieren zu wollen, z.B. durch eine Klage zum Verwaltungsgericht.

Schriller Schlusspunkt

Die Wahlanfechtung war ein  schrilles Finale, das den passgenauen Schlusspunkt  unter die Dorf-Operette setzte, die der gebürtige Sandhausener Moos 16  Jahre lang an der Elsenz inszenierte. Impulsiv, laut und bunt. Der Mehrheit erschien das Moossche Alleinunterhaltungs-Programm am Ende zu grell und sie schaltete es ab. Sie wählte Maik Brandt zum Bürgermeister, von dem sie sich eine ruhige, besonnene Hand und damit friedlichere Zeiten für Meckesheim und Mönchzell erhofft. ARD statt RTL.

Moos will nicht in Urlaub

Moos ist allerdings noch bis Ende September im Amt. Es wundert viele, dass er seinen noch offenen Urlaub von fünf Wochen nicht antreten will. Spätestens jetzt sei doch alles klar. Die Sommerferien wären ohnehin der geeignete Zeitpunkt, den wie maßgeschneidert bis zum 1.Oktober reichenden Urlaub abzufeiern.

Kann Moos einfach nicht vom Dirigentenpult loslassen, sind noch Kellerarbeiten zu erledigen oder will er in den verbleibenden Wochen noch die eine oder andere Überraschung aus dem Hut zaubern? Das würden gegebenenfalls keine lieben Häschen, sondern eher faule Eier sein, die er seinem Nachfolger noch ins Nest würde legen wollen, mutmaßen Moos-Kritiker.

Gewiefter Genosse

Dass Moos nicht der wirklich gute Verlierer ist, als welchen er sich  selber gerne sehen möchte, liegt auf der Hand. Niemand an der Elsenz glaubt, dass Moos bei der Wahlanfechtung hinter den Kulissen nicht doch die Fäden zog. Clever genug, um zu wissen, dass doch etwas durchsickert, hat Moos  bereits öffentlich eingeräumt, dass er mit den beiden Wahlanfechtern von Anfang an Kontakt hatte. Vielleicht mag zu seiner Flucht nach vorne auch beigetragen haben, dass man sein Auto nach der Wahl mehrmals vor dem Haus eines der Wahlanfechter gesehen haben will. Die Legende vom völlig ahnungslosen Moos zu stricken, schien dem gewieften Genossen dann vermutlich doch zu riskant. Auch ein etwaiger Plan, die Wahl zu blockieren, um als Amtsverweser die Geschäfte fortzuführen, war spätestens mit der Aussage des Landratsamts, dass ein abgewählter Bürgermeister nicht als Amtsverweser in Betracht komme, gescheitert.

Vermasselter Abgang

Das Gegenbild zu Moos liefert der ebenfalls abgewählte Neckargemünder Bürgermeister Althoff, der nicht nur in der Stunde der Wahlniederlage, sondern auch danach Größe zeigt, indem er seinen Nachfolger bereits jetzt in Entscheidungen einbindet und einarbeitet. Moos hingegen lehnt dies ab und lässt keine Gelegenheit aus, sich seinen Abgang als Bürgermeister zu vermasseln. Ein Finale a la moosso. RTL in Reinkultur.

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