Um 1200: Die Pfalzgrafen als Herren an der Elsenz

Worms beherrschte bis 1200 den Urwald bei uns

Von 1000 bis 1200 gehörte unsere Region dem Wormser Hochstift. Die sächsischen Ottonenkönige hatten um 1000 den „Wimpfener Bannforst“ (siehe Bild oben), die Region zwischen Neckar, Elsenz und Lein, den Wormser Kirchenmännern geschenkt. Und genau da drin liegt nicht nur Mönchzell, sondern zum Beispiel auch Meckesheim, Eschelbronn, Mauer, Lobenfeld, Waldwimmersbach, Haag, Wiesenbach, Spechbach, Neckargemünd, Sinsheim, Eppingen, Bad Wimpfen und wie sie heute alle heißen. Damals gab es dort nur Wald und alles war menschenleer.

Pfalzgraf Conny der Erste

Mit dem Aufstieg der schwäbischen Staufer zu deutschen Königen sollte das Ende der Wormser Herrschaft kommen. Der berühmteste Stauferkönig ist Kaiser Friedrich Barbarossa, zu deutsch Kaiser Rotbart. Der ernannte 1156 seinen Halbbruder Konrad zum „Pfalzgrafen bei Rhein“, den wir im Folgenden einfach „Conny“ nennen wollen. Kaiser Rotbart schenkte Conny die Herrschaftsrechte am „Wimpfener Bannforst“ gleich mit. Das war ganz schön clever. Aber bevor ich euch erkläre warum, wollen wir uns erst einmal anschauen, was es mit einem Pfalzgrafen auf sich hat.

Pfalzgrafen gab es schon lange, nämlich seit die Franken die deutschen Könige stellten, auf jeden Fall seit Karl der Große (um 800) regierte, der weder lesen noch schreiben konnte. Die Pfalzgrafen waren anfangs, modern gesprochen, Beamte am Königshof gewesen. Die übernahmen für den König Verwaltungsaufgaben übernahmen und sprachen Recht. Unter unserem Conny  wurde nun die Region um das heutige Heidelberg zum Zentrum der Pfalzgrafschaft. Sie entwickelte sich mit der Zeit zu einem größeren Territorialstaat, den man später die Kurpfalz nannte. Der Pfalzgraf bei Rhein hatte die Kurwürde. Das bedeutete, dass er als einer von den insgesamt sieben Kurfürsten, eine der sieben Stimmen bei der Wahl des deutschen Königs abgeben konnte. Die Pfalzgrafen waren also ganz schön mächtig.

Pfalzgraf Conny war ein Schwabe. Wie hätte es auch anders sein können, da doch sein Vater Herzog von Schwaben war, also dort regierte, wo heute der VfB Stuttgart Fußball spielt. Für diejenigen, die es genau wissen wollen: Sein berühmter Halbbruder Kaiser Rotbart, hatte Conny im Jahr 1156  die Pfalzgrafenwürde verliehen. Damit erhielt Conny eben auch die Wormser Hochstiftvogtei und damit den Wimpfener Bannforst.  Aber er bekam noch einiges mehr. Durch Heirat kam er dann auch noch in den Besitz der Reichsvogtei des Klosters Lorsch. Da kam also in kurzer Zeit ganz schön was zusammen.

Wie immer: Alles Politik

Conny gilt als der Gründer der Stadt Heidelberg. Er soll kurz vor 1200 auf Wormser Boden die Stadt Heidelberg unterhalb einer Burg gegründet haben. Die Pfalzgrafschaft bei Rhein um Heidelberg herum war für die Staufer sehr wichtig. Die Staufer hatten ihren Machtbereich in Schwaben, wo sie herstammen und im heutigen Rheinland-Pfalz. Die Lücke dazwischen schlossen ab Conny die Pfalzgrafen bei Rhein. Ganz schön clever, was sich der alte Kaiser Rotbart da ausgedacht hatte.

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