Wenn rot und grün dich weinen lassen

Lobbachhalle

Über Geschmack lässt sich streiten. Dies zeigt die Farbburleske an der Mönchzeller Lobbachhalle ( Baden-Württemberg). Dass die rot-grüne Farbgebung nach der Abwahl der gleichfarbigen Landesregierung im März 2016 ersetzt wird, ist aber unwahrscheinlich. In Meckesheim und Mönchzell regiert nämlich der für seine extravaganten Farbvorlieben bekannte SPD-Bürgermeister Moos.

„Geschlechter-intuitive Farbgebung“

Nicht nur das Äußere der Lobbachhalle ist kurios gestaltet, sondern auch die Innenbemalung, die  -so Moos in einem Jahresrückblick- „geschlechter-intuitiv“ vorgenommen wurde: Orangene Toiletten für die Damen, grüne für die Herren, knallroter Fußboden. Nichts für schwache Nerven. Was sich hinter der Vokabel „geschlechter-intuitiv“ verbirgt, weiß nur der Schultes selbst.

.Lobbachhalle2011

Was hätte Kretschmann gesagt?

Interessant wäre es gewesen zu erfahren, ob Ministerpräsident Kretschmann, den Anstrich für genau so schön, wie der Meckesheimer Schultes befunden hätte. Anlässlich dessen Meckesheimer Auftritts zur Landtagswahl im März 2016 war es dem roten Bürgermeister ein Anliegen, den grünen  Landesvater in der knallbunten Halle  zu empfangen. Daraus wurde dann aber genauso wenig wie mit der Fortsetzung der rot-grünen Koalition, weil Sicherheitsbedenken bestanden.

Fabrikhalle hat mehr Charme

Genosse Moos war übrigens angesichts des „neuen Glanzes“ der Lobbachhalle nach deren Anstrich vor Stolz aus dem Häuschen: Ob es am Rot lag? Die behauptete Farbgestaltung nach den Ortsfarben kann es nicht gewesen sein. Denn die Wappenfarben des Orts sind schwarz, weiß und grün. Warum schwarz durch rot ersetzt wurde, bleibt Geheimnis des roten Bürgermeisters. Jedenfalls meinte er gegenüber der Presse, die Farbgebung habe ihm viel Freude bereitet. Das Farbkonzept sei sogar bis in den Sanitärbereich durchgehalten worden, wo von den Türrahmen über die Fliesen bis hin zur Flüssigseife alles stimmig sei, sagte Moos.

Aber nicht nur die neue Farbenpracht 2011, auch die spätere Gebäudeverdichtung zu einem massiven Steinbunker ist fragwürdig. Kritiker meinen, viele Fabrikhallen besäßen mehr Charme als der neue Gebäudekomplex von Halle und Feuerwehrhaus.

Zum Vergleich

ein Bild, wie die 1972 erbaute Lobbachhalle vor ihrer eigenwilligen Renovierung aussah. Sicherlich keine Schönheit, aber in ihrer Schlichtheit in sich stimmig. Im Vergleich zur rot-grünen Bunkeranlage wirkt sie geradezu grazil. 
Lobbachhalle

Kein Balkon für den Baron

Farbenfreund Moos wurde wegen seiner ungewöhnlichen Farbwünsche bei anderen Objekten in der Gemeinde mittlerweile vom Gemeinderat zurück gepfiffen. Jüngster Bau-Traum des Schultes war übrigens ein Balkon am Meckesheimer Rathaus, von dem aus die Dorfkirchweih und andere Veranstaltungen hätten eröffnet werden können. Der Gemeinderat entschied aber – nicht zuletzt wegen der Kosten von 15.000 Euro – gegen dieses präsidiale Vorhaben. Sorgen macht jetzt angesichts des eigenwilligen Farbempfindens des Bürgermeisters die anstehende Sanierung der Ortsmitte in Mönchzell.  Es ist zu wünschen, dass der dort bevorstehende Eingriff besser gelingt.

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